Freundlichkeit (maitrī), Mitgefühl, Mitfreude und Nachsicht sind die vier Qualitäten Deines Herzens. Durch sie entsteht eine heilige Klarheit (prsādana) in Deinem inneren Wahrnehmungsraum (citta).

Yoga Sutra 1: On the experience of absolute unity
maitrīDvandva-Kompositum
maitrīSubstantiv Feminin
Freundlichkeit, Freundschaft
karuṇāDvandva-Kompositum
karuṇāSubstantiv Feminin
Mitgefühl
karuṇāSubstantiv Feminin
kr̥Verbalwurzel
Mitgefühl
kr̥Verbalwurzelmachen, bewirken / sich einem Gefühl hingeben
muditāDvandva-Kompositum
muditāSubstantiv Feminin
Mitfreude
muditāSubstantiv Feminin
mudVerbalwurzel
Mitfreude, Freude
mudVerbalwurzelsich freuen, glücklich sein
upekṣāṇāmGenitiv Plural
upekṣāSubstantiv Feminin
Nachsicht
upekṣāSubstantiv Feminin
upaPräfixīkṣaSubstantiv Feminin
Nachsicht, Gleichgültigkeit
upaPräfixnahe, unter, bei, neben
īkṣaSubstantiv Feminin
īkṣVerbalwurzel
Sicht
īkṣVerbalwurzelsehen, blicken
sukhaDvandva-Kompositum
sukhaSubstantiv Neutrum
Glück
suhkhaSubstantiv Neutrum
suPräfixkhaSubstantiv Neutrum
Glück, Wohlbefinden, Lust
suPräfixgut, angenehm
khaSubstantiv NeutrumÖffnung, Loch, Ausgang / Höhlung in der Nabe des Rades
duḥkhaDvandva-Kompositum
duḥkhaSubstantiv Neutrum
Unglück
duḥkhaSubstantiv Neutrum
dusPräfixkhaSubstantiv Neutrum
Leiden, Unbehagen, Schmerz
dusPräfixschlecht, schwierig, hart
khaSubstantiv NeutrumÖffnung, Loch, Ausgang / Höhlung in der Nabe des Rades
puṇyaDvandva-Kompositum
puṇyaSubstantiv Neutrum
Erfolg
puṇyaSubstantiv Neutrum
puṇVerbalwurzel
das Gute, Rechte
puṇVerbalwurzelgut, tugendhaft handeln
apuṇyaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
apuṇyaSubstantiv Neutrum
Misserfolg
apuṇyaSubstantiv Neutrum
aPräfixpuṇyaSubstantiv Neutrum
Misserfolg
aPräfixVerneinung
puṇyaSubstantiv Neutrum
aPräfixpuṇVerbalwurzel
das Gute, Rechte
puṇVerbalwurzelgut, tugendhaft handeln
viṣayāṇāmGenitiv Plural
viṣayaSubstantiv Maskulin
Situationen
viṣayaSubstantiv Maskulin
viṣVerbalwurzel
Gebiet, Objekt, Späre, Reich, Land
viṣVerbalwurzelaktiv sein, machen, arbeiten
bhāvanātasAblativ
bhāvanāSubstantiv FeminintasSuffix
entsteht aus dem Fördern von
bhāvanāSubstantiv Feminin
bhūVerbalwurzel
Vergegenwärtigung, stetiges Denken an
bhūVerbalwurzelsein
tasSuffixAblativierung
cittaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
cittaSubstantiv Neutrum
innerer Wahrnehmungsraum
cittaSubstantiv Neutrum
citVerbalwurzel
Denken, Vorstellung, Gedanke, Herz, Gemüt, Geist, Wahrnehmungsraum
citVerbalwurzelwahrnehmen, bemerken, beobachten
prasādanamNominativ Singular
prasādanaSubstantiv Neutrum
das Klären
prasādanaSubstantiv Neutrum
praPräfixsādanaSubstantiv Neutrum
Klärung
praPräfixvorwärts, hervor
sādanaSubstantiv Neutrum
sadVerbalwurzel
Hinsetzen, Sitz, Ort
sadVerbalwurzelhinsetzen, sitzen

Freundlichkeit (maitrī) und Mitgefühl (karuṇā), Mitfreude (muditā) und Nachsicht (upekṣā) sind die vier Qualitäten Deines Herzens. Kultiviere sie in guten (sukha) wie in schlechten Zeiten (duḥkha). Erinnere Dich an sie, wenn Dir alles gelingt (puṇya), oder auch etwas misslingt (apuṇya). Das verwandelt Deinen inneren Wahrenhmungsraum (citta) und Du erfährst Dich in einer Welt voll heiliger Klarheit (prasādana).

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Ein geklärter innerer Wahrnehmungsraum (citta-prasādana) [entsteht] aus dem Fördern von Freundlichkeit (maitrī) in Situationen von Glück (sukha), Mitgefühl (karuṇā) in Situationen von Unglück (duḥkha), Mitfreude (muditā) in Situationen von Erfolg (puṇya) und Nachsicht (upekṣā) in Situationen von Misserfolg (apuṇya).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Die Beruhigung des Cittam erfolgt durch die Vergegenwärtigung von Freundschaft (1), Mitleid (2), Freude (3) und Nachsicht (4), welche sich auf Lust (1), Leid (2), Gutes (3) und Böses (4) beziehen.

Paul Deussen - 1908


Through the practising of benevolence, tenderness, complacency and disregard towards objects (i.e., persons who are respectively in possession) of happiness, grief, virtue and vice, the mind becomes purified.

James R. Ballantyne - 1852

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    Rosalie Kreiten

    at 19.08.2020

    Liebe ist mein Lieblingsthema. Ich glaube sie hat die gleiche Kraft wie die Sonne, die immer da ist. Im Yoga und auch im Alltag praktiziere ich Liebe indem ich mich meiner Natur widme und Bewusstheit [...] Liebe ist mein Lieblingsthema. Ich glaube sie hat die gleiche Kraft wie die Sonne, die immer da ist. Im Yoga und auch im Alltag praktiziere ich Liebe indem ich mich meiner Natur widme und Bewusstheit lerne, ein Teil der Welt zu sein und gutes und schlechtes und alles andere erleben zu dürfen. Sowie zu spüren dass die Welt ebenso mir zugehörig ist. Daraus schließe ich dass wir beide in uns selbst Ruhen.
    Namaste❣️

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    Jörn Olbrich

    at 18.08.2020

    Die BrahmaVihara sind Herzstück meiner täglichen Meditationspraxis. Ich kultiviere sie durch Visulisation und in From von Wunschsätzen wie z.B. "Möge ich glücklich sein. Möge ich frei sein. Möge ich [...] Die BrahmaVihara sind Herzstück meiner täglichen Meditationspraxis. Ich kultiviere sie durch Visulisation und in From von Wunschsätzen wie z.B. "Möge ich glücklich sein. Möge ich frei sein. Möge ich in einem friedvollem Geist und Herzen ruhen." Danach übe ich mich darin die Qualitäten auf alle Wesen auszudehnen. Neu für mich ist, dass die BrahmaVihara auch im YogaSutra stehen. In meiner Übersetzung kommen die nicht so klar durch. Ganz herzlichen Dank für diese Inspiration

    • Hallo Jörn,
      eine wunderschöne Praxis. Vielen Dank für's Teilen.
      Ich übe mich an etwas ganz ähnlichem. Ich erinnere mich vor jedem Start von etwas mit einer kleinen Meditation an diese [...] Hallo Jörn,
      eine wunderschöne Praxis. Vielen Dank für's Teilen.
      Ich übe mich an etwas ganz ähnlichem. Ich erinnere mich vor jedem Start von etwas mit einer kleinen Meditation an diese Qualitäten. Z.B. bevor ich mit dem Auto losfahre. Jede Handlung wird dadurch so viel entspannter.
      Viel Freude und bis bald
      Ronald

  • Die Übersetzung ist so einfach und klar und rückt jetzt durch die Ergänzung (die ich noch nicht kannte) mit Lust(1) und Leid(2), Gutes(3) und Böses(4) erneut in mein Bewußtsein. Den Begriff Böses [...] Die Übersetzung ist so einfach und klar und rückt jetzt durch die Ergänzung (die ich noch nicht kannte) mit Lust(1) und Leid(2), Gutes(3) und Böses(4) erneut in mein Bewußtsein. Den Begriff Böses verwandele ich dabei innerlich mit Übel(4). Irgendwie deckt sich das mit den Weisheiten der Katarer, die das allgemeine Übel der allgemeinen Güte gegenüberstellen, die Liebe dem Verrat entgegensetzen, der Lüge das Licht und dem Irrtum die Wahrheit entgegenstellen. Namaste.

    • Hallo Gerald,
      wau. Dein Vergleich mit den Kartarern und Deine Worte sind super inspirierend. Danke für's Teilen.
      Namaste und bis bald
      Ronald Hallo Gerald,
      wau. Dein Vergleich mit den Kartarern und Deine Worte sind super inspirierend. Danke für's Teilen.
      Namaste und bis bald
      Ronald

    • Vielen Dank für die moderne Übersetzung, klar und treffend! Der Inhalt ist ein wahrer Schatz - was braucht es mehr fürs Glück an jedem Tag?

      Wie Jörn erinnere ich mich täglich in der formalen [...] Vielen Dank für die moderne Übersetzung, klar und treffend! Der Inhalt ist ein wahrer Schatz - was braucht es mehr fürs Glück an jedem Tag?

      Wie Jörn erinnere ich mich täglich in der formalen Praxis an diese Qualitäten. Es wirkt. Danke auch an Ronald für den Hinweis, dass wir viele Momente im Alltag als Trigger nutzen können. Ich will das aufnehmen und umsetzen.

    • Viel Freude wünscht Dir Ronald Viel Freude wünscht Dir Ronald

    • Profile Image

      Michael Anderson

      at 24.08.2020

      Thank you for the additional interpretation of this sutra Ronald. I especially like that your interpretation focusses not only on others (happy/sad beings etc) but also on oneself and personal inner [...] Thank you for the additional interpretation of this sutra Ronald. I especially like that your interpretation focusses not only on others (happy/sad beings etc) but also on oneself and personal inner space. It is certainly worth remembering in whatever situations and circumstance that may arise in ones daily experience. Thanx again

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