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utplutih
उत्प्लुतिः

utplutiḥNominativ Singular
utplutiSubstantiv Feminin
intensives Schweben

Besonderheit: Traditionell betrachtet ist diese Haltung spannend. Schon der Name hebt sie von allen anderen Haltungen. Während alle anderen Haltungen im Namen als Āsana zu erkennen sind, fehlt Utplutiḥ dieser Wortbestandteil. Auch die Grammatik-Form, in der Sri K. Pattabhi Jois diese Haltung anleitete, unterscheidet sich von den anderen Haltungen. Alle anderen Haltungen nannte er meist in der undeklinierten Grundform. Utplutiḥ hingegen ist Nominativ Sigular. Das undeklinierte Grundwort wäre Utpluti. Die Liste der Besonderheiten geht mit der Atmung weiter. Während die Atmung in allen Haltungen stets ein möglichst gleichmäßiger und rauschender Ujjayī Atem sein soll, so unterrichtete Sri K. Pattabhi Jois in den 70er und 80er Jahren hier 100 schnelle Atemzüge (Ähnlich wie Bhastrikā). Im Laufe der Zeit wurde der Atem immer langsamer und dafür weniger Atemzüge. In den 2000er Jahren waren es nur noch 10 Atemzüge, die Sri K. Pattabhi Jois hier ansagte. Jedoch verlangsamte er das Tempo seiner Ansage soweit, dass es für wohl die meisten Übenden eher 100 Atemzüge wurden.

Im Traditionellen Count: Beginne direkt aus Vinyāsa 8 der vorherigen Bewegungsfolge.

Vinyāsa 9 - Einatmung, 10 Atemzüge:
Platziere Deine Hände links und rechts neben Deinen Oberschenkeln. Schiebe einatmend, von den Schultern ausgehend kraftvoll in den Boden und hebe so Deinen Körper ab. Verweile hier bis zur zehnten Ausatmung. Atme noch einmal tief ein und hebe Dich dabei weiter nach hinten oben. Mit genügend Kraft und Technik kommst Du bis in eine Balancehaltung im Lotussitz auf den Händen.

Vinyāsa 10 bis 14 und Samasthitiḥ:
Folge dem Dir bereits bekannten Bewegungsfluss bis in die Haltung des “Nach unten blickenden Hundes” und von dort weiter zum neutralen Stand.

Besonderheit: Wieder finden sich einige Varianten des Count in der Tradition des Aṣṭāṅga Yoga. In geführten Stunden leitete Sri K. Pattabhi Jois, wie hier gezeigt, bis zum Stand. Im Stand wurde das Mantra in Call&Response rezitiert. Viele Übende kürzen jedoch diese Bewegungsfolge zum Stehen und wieder zurück in das Liegen (śavāsana). Sie üben dann entweder eine Bewegungsfolge nur durch den “Nach unten blickenden Hund”, oder legen sich direkt von Utpluttiḥ auf den Rücken ab. Das Mantra singen diese Übenden dann im Lotussitz vor dem ~i~Vinyaasa~ bzw. Ablegen, oder ganz am Ende nach der Entspannung.

Wechsele aus dem neutralen Stand in den Bewegungsfluss der nächsten Haltung.

Wirkung: Utpluttiḥ ist eine Anspannung und damit Kräftigung des Schultergrütels und fast aller Rumpfmuskeln. Doch der eigentliche Zweck ist hier die Vorbereitung auf die Entspannung. Denn die intensive Aktivierung aller Muskeln in Utplutiḥ erleichtert das anschließende entspannen.

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