Egal ob in der tiefen Einheitserfahrung (samādhi) noch Konzepte verbleiben oder nicht. In allen vier bisher geschilderten Fällen war entweder ein grobstoffliches oder ein feinstoffliches Objekt Dein Einstieg. Daher heißen diese Zustände Einheitserfahrung mit Keim (sabīja samādhi).

Yoga Sutra 1: On the experience of absolute unity
tāḥNominativ Plural Feminin
taPronomen 3. Person
diese
eva
evaPartikel
eben, gerade
sabījaḥNominativ Singular Maskulin
sabījaSubstantiv Maskulin
mit Keim
sabījaSubstantiv Maskulin
saPräfixbījaSubstantiv Maskulin
mit Keim
saPräfixmit
bījaSubstantiv MaskulinKeim
samādhiḥNominativ Singular
samādhiSubstantiv Maskulin
vollkommene Einheitserfahrung
samādhiSubstantiv Maskulin
samPräfixādhiSubstantiv Maskulin
Zusammensetzung, Verbindung, Einheitserfahrung, Erleuchtungszustand
samPräfixzusammen, mit, völlig
ādhiSubstantiv Maskulin
āPräfixdhāVerbalwurzel
Standort, Lage; Gedanken, Sorgen
āPräfixhin zu, nahe bei
dhāVerbalwurzelsetzen, stellen, legen

Eben diese (tā eva) [vier Zustände des Zusammenfallens (samāpatti) heißen] vollkommene Einheitsefahrung mit Keim (sabīja samādhi).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Diesen vier tiefen Zuständen der Versenkung ist eines gemeinsam: Du bist durch die Meditation über ein bestimmtes Meditationsobjekt in sie hinein getaucht. Daher heißen sie vollkommene Einheitserfahrung mit Keim (sabīja samādhi).

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Diese [vier Arten der Samâpatti] sind es, welche den keimhaften (savîja) Samâdhi ausmachen.

Paul Deussen - 1908


These themselves constitute ‘Meditation with its Seed’.

James R. Ballantyne - 1852

nirvicāraTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
nirvicāraSubstantiv Maskulin
ohne Erwägung
nirvicāraSubstantiv Maskulin
nisPräfixviPräfixcarVerbalwurzel
Überlegung, Erwägung
nisPräfixaußen, nach Außen, außerhalb, ohne
viPräfixhindurch, dazwischen
carVerbalwurzelsich bewegen, bewirken
vaiśāradyeLokativ Singular
vaiśāradyaSubstantiv Neutrum
Erfahrenheit, Kundigsein
vaiśāradyaSubstantiv Neutrum
viPräfixśāradaAdjektiv
Erfahrenheit, Kundigsein
viPräfixgetrennt, unterschiedlich, auseinander
śāradaAdjektivherbstlich, reif
adhyātmaTatpuruṣa-Kompositum
adhyātmaSubstantiv Neutrum
das eigentliche Selbst
adhyātmaSubstantiv Neutrum
adhiPräfixātmanSubstantiv Neutrum
das eigentliche Selbst
adhiPräfixauf, über
ātmanSubstantiv Maskulin
anVerbalwurzelatVerbalwurzel
Hauch, Seele, Selbst
anVerbalwurzelatmen
atVerbalwurzelbewegen
prasādaḥNominativ Singular
prasādaSubstantiv Neutrum
Klärung
prasādanaSubstantiv Neutrum
praPräfixsādanaSubstantiv Neutrum
Klärung
praPräfixvorwärts, hervor
sādanaSubstantiv Neutrum
sadVerbalwurzel
Hinsetzen, Sitz, Ort
sadVerbalwurzelhinsetzen, sitzen

Wenn Meisterschaft (vaiśāradye) im [Zustand des Zusammenfallens] ohne Erwägung (nirvicārā samāpatti) sich eingestellt hat, [ist das] die Klärung (prasāda) des eigenen Selbst (adhyātman).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Zunehmend wird Dein innerer Wahrnehmungsraum klarer. Wenn Du schließlich immer wieder den tiefsten dieser vier Zustände (nirvicārā samāpatti) erfahren hast, kannst Du den Hauch Deines unveränderlichen Wesenskerns (ātman) bereits spüren.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Bei Herangereiftheit der bedenkenlosen [Samâpatti] erfolgt [als eine höhere Stufe über das citta-prasâdanam hinaus] der adhyâtma-prasâda (die Beruhigung des eigentlichen Selbstes).

Paul Deussen - 1908


When wisdom has come, through the ‘Non deliberative’ (mental affection), There is spiritual clearness.

James R. Ballantyne - 1852

r̥tamAkkusativ Singular
r̥taSubstantiv Neutrum
Wahrheit
r̥taSubstantiv Neutrum
arVerbalwurzel
feste Ordnung, Bestimmung
arVerbalwurzelbewegen, gehen, erreichen
bharāNominativ Singular Feminin
bharaAdjektiv
tragend
bharaAdjektiv
bhr̥Verbalwurzel
tragend
bhr̥Verbalwurzeltragen
tatraLokativ
taPronomen 3. Person
dann
prajñāNominativ Singular
prajñāSubstantiv Feminin
Wissen
prajñāSubstantiv Feminin
praPräfixjñāVerb
Wissen
praPräfixvorwärts, hervor
jñāVerbalwurzelwissen

Dann (tatra) [ist] das Wissen (prajñā) die Wahrheit tragend (r̥taṁ bhara).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Im tiefsten dieser vier Zustände der Versenkung (nirvicārā samāpatti) bist Du so tief mit Deinem Meditationsobjekt verbunden, dass Du es unverzerrt erfahren kannst. Deine subjektive Wahrheit entspricht dann der objektiven Realität und ist daher wahr (r̥taṁ bhara).

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Dann ist das Bewußtsein [als Frucht der Herangereiftheit] die Wahrheit tragend.

Paul Deussen - 1908


In that case three is knowledge which holds to the truth.

James R. Ballantyne - 1852

śrutaDvandva-Kompositum
śrutaSubstantiv Maskulin
Gehörtes
śrutaSubstantiv Maskulin
śruVerbalwurzel
gehört / Gehörtes, Tradition
śruVerbalwurzelhören
anumānaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
anumānaSubstantiv Neutrum
Schlussgefolgertes, Gefolgertes
anumāṇaSubstantiv Neutrum
anuPräfixmānaSubstantiv Neutrum
das Schließen, Folgern
anuPräfixfolgend, basierend auf, unter, nach
mānaSubstantiv Neutrum
VerbalwurzelanaSuffix
Meinung, Vorstellung
Verbalwurzelmessen, bilden, herrichten
anaSuffix NeutrumKr̥t-Suffix mit Guṇa-Stufe: bezeichnet eine Handlung
prajñābhyām Ablativ Dual
prajñāSubstantiv Feminin
von dem Wissen ausgehend
prajñāSubstantiv Feminin
praPräfixjñāVerb
Wissen
praPräfixvorwärts, hervor
jñāVerbalwurzelwissen
anyaKarmadhāraya-Kompositum
anyaAdjektiv
der/das andere
viṣayāḥNominativ Plural
viṣayaSubstantiv Maskulin
Objekte
viṣayaSubstantiv Maskulin
viṣVerbalwurzel
Gebiet, Objekt
viṣVerbalwurzelaktiv sein, machen, arbeiten
viśeṣaKarmadhāraya-Kompositum
viśeṣaSubstantiv Maskulin
vorzüglich, Verschiedenheit, Besonderheit
viśeṣaSubstantiv Maskulin
viPräfixśiṣVerbalwurzel
Unterschied, Verschiedenheit, Besonderheit
viPräfixauseinander, getrennt
śiṣVerbalwurzelübrig lassen, verschonen
arthatvātAblativ Singular
arthatvaSubstantiv Neutrum
von einer Zielausrichtung ausgehend
arthatvaSubstantiv Neutrum
arthaSubstantiv MaskulintvaSuffix
das Dienen zu
arthaSubstantiv MaskulinZiel
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Aufgrund einer unterschiedlichen Zielausrichtung (viśeṣārthatvāt) entstehen andere [geistige] Objekte (anya-viṣaya), [als] aus gehörtem (śruta) und gefolgertem (anumāna) Wissen (prajñā).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Dieses Erfahren einer objektiven Wahrheit ist anders als jedes Wissen (prajñā), das Du durch Hören (śruta) oder Folgern (anumāna) gewinnen könntest.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


[Ein solches Bewußtsein, prajñâ, wiewohl immer noch im samprajñâta samâdhi befangen] hat ein anderes Objekt als die Erkenntnis aus Offenbarung und Folgerung, weil es einen von dem ihrigen verschiedenen Zweck hat.

Paul Deussen - 1908


(This kind of knowledge differs) from the knowledge due to testimony and inference because of the object of these two is not particulars but generals.

James R. Ballantyne - 1852

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