Does the Yogin create a new being through meditation, or do they re-create themselves? - While the perceptual space (citta) can be transformed, it remains throughout the transformation.

Yoga Sutra 4: On Inner Freedom
nirmāṇakarmadhāraya-compound
nirmāṇasubstantive neuter
education, creation, conception, work
nirmāṇasubstantive neuter
nisprevixverb
measurement, measure, length, formation, creation
nisprevixout, forth
verbmeasure, gauge, size
cittāninominative plural
cittasubstantive neuter
perceptual space
cittapast participle passive
citverb
thinking, imagination, thoughs, heart, mind, spirit, perceptual space
citverbperceive, notice, observe
asmitāmātrātablative singular
asmitāmātrasubstantive neuter
solely from the ego awareness
asmitāmātrasubstantive neuter
asmitāsubstantive femininemātrasuffix
the I-awareness alone
asmitāsubstantive feminine
asmi1st person singularsuffix
I-awareness, searching for the Self
asmi1st person singular
asverb
I am
asverbbe
suffixNomen Abstraktum: -ly or -ful endings
mātrasuffix
verbtrasuffix
Nomen Abstraktum: no difference to the word, only, alone
verbmeasure
trasuffixKr̥t suffix: the means or the instrument of a given action; expresses instrumentalization

Yielding to a state of complete immersion without consideration (asmitā) can give rise to profound transformation. You transform your own perceptual space (citta) and thus the world in which you live.

Dr. Ronald Steiner - modern transfer

1:

The subtle experiencing of the Self (asmitā) YS 1.17. This is synonymous with complete immersion without consideration (nirvicārā samāpatti) YS 1.44


The formed new perceptual spaces (citta)[, of the new created life forms, is based] soly on the I-awareness (asmitā) [of the creating Yogin].

Dr. Ronald Steiner - historic word by word translation


Die [vom Yogin bei Vervielfältigung seines Leibes] geschaffenen Citta’s entspringen nur aus seiner Ichwesenheit.

Paul Deussen - 1908


The minds in the productions (ensue) from mere egotism.

James R. Ballantyne - 1852

pravr̥ttitatpuruṣa-compound genitive
pravr̥ttisubstantive feminine
endeavor, thinking ahead
pravr̥ttisubstantive feminine
praprevixvr̥ttisubstantive feminine
the progression, progress, function, endeavor
vr̥ttisubstantive feminine
vr̥tverb
whirling, in the Yoga Sutra: thought
praprevixforwards, forth
vr̥tverbwhirling, turning, rolling
bhedelokative singular / lokative absolutive
bhedasubstantive masculine
from the separation
bhedasubstantive masculine
bhidverb
breaking through, breaking in, bursting open
bhidverbsplit, break in
prayojakamneuter nominative singular
prayojakaadjective
driving
prayojakaadjective
praprevixyujverb
causing
praprevixforward, forth
yujverb{EN: prepare, harness, tense
cittam nominative singular
cittasubstantive neuter
perceptual space
cittasubstantive neuter
citverb
thinking, imagination, thoughs, heart, mind, spirit, perceptual space
citverbperceive, notice, observe
ekam nominative singular
ekanumeral
one
ekanumeralone
anekeṣāmgenitive plural
anekaadjective
of many
anekaadjective
anprevixekanumeral
many
anprevixnegation
ekanumeralone

While your aspirations (pravr̥tti) may differ fundamentally over different phases of your life (bhede), your perceptual space (citta) remains.

Dr. Ronald Steiner - modern transfer


Although the separate (bhede) endeavors (pravr̥tti) [the many life forms created by the Yogin] remain, the single [causative] space of perception (citta) is the driving force behind the many [newly created perceptual spaces (citta).

Dr. Ronald Steiner - historic word by word translation


Bei Verschiedenheit der Funktionen [dieser verschiedenen Leiber] ist das antreibende Cittam der vielen das eine [ursprüngliche Cittam].

Paul Deussen - 1908


In different activities of (those numerous (minds) one mind (of the ascetic) is the moving cause.

James R. Ballantyne - 1852

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    Kai Reichel

    at 28.02.2020

    Hallo,
    die Aussage dieser Sutra (4) ist fast schon Trivial. Wir nehmen nicht mit den Sinnen, sondern mit dem Gehirn war. Die Sinne nehmen nur ein wildes unsortiertes Spektrum von Reizen, [...] Hallo,
    die Aussage dieser Sutra (4) ist fast schon Trivial. Wir nehmen nicht mit den Sinnen, sondern mit dem Gehirn war. Die Sinne nehmen nur ein wildes unsortiertes Spektrum von Reizen, elektromagnetischen Wellen, akustischen Schwingungen etc. auf. Das Gehirn sortiert diese zu unserer Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist ein
    "kultureller" Konsens sowie eine überlebenswichtige Anpassung an die Umwelt, er wird durch unsere Umwelt und unsere Gesellschaft geprägt. Darum hat eine indigener Amazonasbewohner eine andere Wahrnehmung (citta) und eine andere "Wirklichkeit" als ein New Yorker Börsenmakler. Weder der Eine noch der Andere könnte im Biotop des Anderen überleben, und keiner von Beiden nimmt die "ganze" Realität war (wenn es diese denn gibt!) :)
    Das sich Bewußtwerden über diese Konstruktion von Wirklichkeit, über die "Beliebigkeit " unseres Wahrnehmungsraumes , ist nach meiner Auffassung ein wesentlicher Teil der yogischen "Technik". " Durch die Schaffung von anderen Wahrnehmungsräumen relativiere ich meine eigene Sicht auf die Welt und die Bindung an mein Ich", wäre auch eine schöne Interpretation der Sutra. Das Beenden und nicht nur das Ändern , Transformieren dieser "weltschaffenden Interpretation" ist dabei wohl das eigentliche Ziel....chitta vritti nirodhah. Welche Wirklichkeit dann wohl entsteht???????

    Gruß
    Kai

    • Hallo Kai,
      wau. Ich hätte nie gedacht dass hier ein so spannender Austausch entsteht. Wau. Du fasst das so schön und klar zusammen. Vielen Dank.
      Namaste und herzliche Grüße
      Ronald Hallo Kai,
      wau. Ich hätte nie gedacht dass hier ein so spannender Austausch entsteht. Wau. Du fasst das so schön und klar zusammen. Vielen Dank.
      Namaste und herzliche Grüße
      Ronald

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    Heike Nagel

    at 27.02.2020

    Mir ist beim Lesen dieses Sutraverses eine Parallele zu dem Experiment von Penfield -Anfang des 20. Jahrhunderts- eingefallen. Hier beschreibt er einen Versuch, es geht um einen Menschen mit [...] Mir ist beim Lesen dieses Sutraverses eine Parallele zu dem Experiment von Penfield -Anfang des 20. Jahrhunderts- eingefallen. Hier beschreibt er einen Versuch, es geht um einen Menschen mit Epilepsie, bei dem er mit einer Sonde die Großhirnrinde des Schläfenlappens mit elektronischen Strömen reizt. Der Patient ist dabei bei Bewußtsein. Hier macht Penfielt bahnbrechende Entdeckungen. Durch den Reiz werden Erinnerungen an Vergangenes wiedererlebt, die mit dem damals mit dem Ereignis in Verbindung stehenden Gefühls untrennbar verbunden aufgezeichnet sind. Und:
    Der Patient lebte auf zwei Bewußtseinsebenen( chitta) gleichzeitig. Er wußte, dass er im Operationsraum lag und mit Penfield sprach und er sah gleichermaßen Harrison Baker, die Erinnerung, die ausgelöst worden war. Er war doppelt, indem er zur selben Zeit innerhalb des Erlebnisses und außerhalb war.
    Für mich eine unglaubliche Entdeckung. Hat etwas zu tun mit der Möglichkeit, seinen Bewußtseinsraum durch Meditation zu verändern. Für mich stellt sich die Frage: Wie real ist die Realität wenn wir durch Veränderung von Hirnaktvität- ob nun durch Sonden oder Meditation- einen andere Realität wahrnehmen?

    • Hallo Heike,
      in der Tat. Sehr spannend. Vielen Dank fürs Teilen. Heute würde der Versuch vermutlich durch keine Ethik Kommission mehr kommen. :)
      Letztendlich wissen wir nie was Realität ist. Denn [...] Hallo Heike,
      in der Tat. Sehr spannend. Vielen Dank fürs Teilen. Heute würde der Versuch vermutlich durch keine Ethik Kommission mehr kommen. :)
      Letztendlich wissen wir nie was Realität ist. Denn wir sehen ja nur ein Abbild der äußeren Welt in unserem Chitta. Ich finde das unheimlich beruhigend.
      Danke dass Du mit mir diese Reise in's Yoga Sutra mitgehst. ... nächste Woche geht es weiter. :)
      Namaste und herzliche Grüße
      Ronald

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    Julia Hilgert

    at 27.02.2020

    Es ist so hilfreich, Schritt für Schritt durch die Sutras geleitet zu werden, vielen Dank dafür Es ist so hilfreich, Schritt für Schritt durch die Sutras geleitet zu werden, vielen Dank dafür

    • Wau. Danke.
      Ich freue mich, dass Du mit mir eintauchst. Jede Woche gehen wir einen Satz tiefer in die Philosophie Patanjalis. :) Wau. Danke.
      Ich freue mich, dass Du mit mir eintauchst. Jede Woche gehen wir einen Satz tiefer in die Philosophie Patanjalis. :)

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