Auch Buddha betonte: Leiden ist allgegenwärtig! Doch Leiden hat auch eine Ursache, nämlich Deine Anhaftung. Löst Du diese Ursache auf, so löst sich für Dich auch alles Leiden auf.

Yoga Sutra 2: Über die spirituelle Praxis
pariṇāmaDvandva-Kompositum
pariṇāmaSubstantiv Maskulin
Wandel
pariṇāmaSubstantiv Maskulin
pariPräfixnamVerbalwurzel
Umwandlung, Wandlungszustand, Wandlung
pariPräfixum herum
namVerbalwurzelsich beugen, sich verneigen vor
tāpaDvandva-Kompositum
tāpaSubstantiv Maskulin
Schmerz
tāpaSubstantiv Maskulin
Verbalwurzel tap
Erhitzung, Schmerz
tapVerbalwurzelerhitzen, leiden
saṁskāraTatpuruṣa-Kompositum Ablativ
saṁskāraSubstantiv Maskulin
Prägung
saṁskāraSubstantiv Maskulin
samPräfixkāraSubstantiv Maskulin
Zubereitung, Eindruck, Anlage des Geistes
samPräfixzusammen, mit
kāraSubstantiv Maskulin
kr̥Verbalwurzel
Tat, Handlung
kr̥Verbalwurzeletwas machen, vollbringen, ausführen
duḥkhaiḥInstrumentalis Plural
duḥkhaSubstantiv Neutrum
durch das Leid
duḥkhaSubstantiv Neutrum
dusPräfixkhaSubstantiv Neutrum
Leiden, Unbehagen, Schmerz
dusPräfixschlecht, schwierig, hart
khaSubstantiv NeutrumÖffnung, Loch, Ausgang / Höhlung in der Nabe des Rades
guṇaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
guṇaSubstantiv Maskulin
Grundsubstanzen der Welt
vr̥ttiTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
vr̥ttiSubstantiv Feminin
Welle
vr̥ttiSubstantiv Feminin
vr̥tVerbalwurzel
das Rollen, Tätigkeit, Gedanke
vr̥tVerbalwurzelsich drehen, rollen
virodhātAblativ Singular
virodhaSubstantiv Maskulin
aufgrund von Spannung
virodhaSubstantiv Maskulin
viPräfixrodhaSubstantiv Maskulin
Umstellung, Veränderung, Verkehrtheit
viPräfixhindurch, dazwischen
rodhaSubstantiv Maskulin
rudhVerbalwurzel
Zurückhalten, Versperrung
rudhVerbalwurzelzurückhalten, anhalten
ca
caPartikel
und
duḥkham Nominativ Singular
duḥkhaSubstantiv Neutrum
Leiden
duḥkhaSubstantiv Neutrum
dusPräfixkhaSubstantiv Neutrum
Leiden, Unbehagen, Schmerz
dusPräfixschlecht, schwierig, hart
khaSubstantiv NeutrumÖffnung, Loch, Ausgang / Höhlung in der Nabe des Rades
eva
evaPartikel
wahrlich
sarvamNominativ Singular
sarvaSubstantiv Neutrum
alles
vivekinaḥGenitiv Singular
vivekinSubstantiv Maskulin
für den mit Unterscheidungskraft versehenen
vivekinSubstantiv Maskulin
viPräfixvicVerbalwurzelinSuffix
gesondert, getrennt
viPräfixgetrennt, unterschiedlich, auseinander
vicVerbalwurzelsondern, trennen
inSuffixBesitz anzeigend, einer der XY tut

Durch Leiden (duḥkha), das aus Wandel (pariṇāma), Schmerz (tāpa) und Prägungen (saṁskāra) [entsteht,] und (ca) aufgrund der Spannung, die in den Bewegungen in den Grundsubstanzen der Welt (guṇa-vr̥tti-virodhāt) [besteht, ist] für den mit Unterscheidungskraft Versehenen (vivekinaḥ) wahrlich alles Leiden (duḥkham eva sarvaṁ).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Wenn Du hinsehen kannst (vivekin), wirst Du erkennen: Wahrlich alles ist Leiden (duḥkha)! Dieses Leiden entsteht durch:

  1. Alles was für Dich angenehm ist, wird vergehen, denn diese Welt befindet sich in stetem Wandel (pariṇāma).
  2. Nicht alles was Du Dir wünschst, wird sich einstellen. So plagt Dich ein nie stillbares Verlangen (tāpa).
  3. Dinge aus Deiner Vergangenheit haben - teilweise leidvolle - Prägungen in Dir hinterlassen (saṁskāra).
  4. Schon weil sich die Grundwebfäden dieser Welt (guṇa) in steter Spannung zueinander befinden, kann es kein konstantes Glück geben. Das Reine (sattva), das Aufbrausende (rajas) und das Trübe (tamas) wechseln sich stets ab.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Wegen der Schmerzen, die aus der Unbeständigkeit [des Genießens], aus der Beängstigung [während des Genießens] und aus den [nachbleibenden und künftig abzubüßenden] Charaktereindrücken entspringen, und weil die Funktionen der Guṇa’s [z.B. Liebe und Haß] sich gegenseitig bekämpfen (vgl. Sâňkhya-Kârikâ 12), ist für den Weisen alles ein Leiden.

Paul Deussen - 1908


And, to the discriminating, all is grief, simply, since the modifications due to the qualities are adverse (to the summum bonum) through the vexations of the various forms (of nature) and of anxiety and of impressions self-continuant.

James R. Ballantyne - 1852

heyamNeutrum Nominativ Plural
heyaAdjektiv
zu meiden
heyaAdjektiv
Verbalwurzel
zu meiden
Verbalwurzelverlassen, aufgeben
duḥkham Nominativ Singular
duḥkhaSubstantiv Neutrum
Leid
duḥkhaSubstantiv Neutrum
dusPräfixkhaSubstantiv Neutrum
Leiden, Unbehagen, Schmerz
dusPräfixschlecht, schwierig, hart
khaSubstantiv NeutrumÖffnung, Loch, Ausgang / Höhlung in der Nabe des Rades
anāgatamNeutrum Nominativ Singular
anāgataAdjektiv
noch nicht gekommen
anāgataAdjektiv
anPräfixāPräfixgataAdjektiv
noch nicht gekommen
anPräfixVerneinung
āPräfixhin zu, nahe bei
gataAdjektiv
gamVerbalwurzel
gegangen
gamVerbalwurzelgehen

Noch nicht eingetretenes (anāgatam) Leiden (duḥkham) [kann] zu vermeiden (heyam [sein].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Du kannst für Leiden (duḥka), das noch in der Zukunft liegt, einen Weg heraus finden.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Das künftige Leiden ist das zu Vermeidende.

Paul Deussen - 1908


What is to be shunned is pain not yet come.

James R. Ballantyne - 1852

draṣṭr̥Dvandva-Kompositum
draṣṭarSubstantiv Maskulin
Seher
draṣṭarSubstantiv Maskulin
dr̥śVerbalwurzel
der da sieht, schaut
dr̥śVerbalwurzelsehen, erblicken, wahrnehmen
dr̥śyayoḥGenitiv dual
dr̥śyaSubstantiv Neutrum
das zu sehende Objekt
dr̥śyaSubstantiv Neutrum
dr̥śVerbalwurzel
das zu sehende
dr̥śVerbalwurzelsehen
saṁyogaḥNominativ Singular
saṁyogaSubstantiv Maskulin
intensive Verbindung
saṁyogaSubstantiv Maskulin
samPräfixyogaSubstantiv Maskulin
Verbindung, Zusammenhang, innige Verbindung
samPräfixzusammen, mit, völlig
yogaSubstantiv Maskulin
yujVerbalwurzel
Yoga, Verbindung, das Anschirren
yujVerbalwurzelschirren, anspannen
heyaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
heyaAdjektiv
zu vermeiden
heyaAdjektiv
Verbalwurzel
zu meiden
Verbalwurzelverlassen, aufgeben
hetuḥNominativ Singular
hetuSubstantiv Maskulin
Ursache
hetuSubstantiv Maskulin
hiVerbalwurzel
Ursache
hiVerbalwurzelin Bewegung setzen, antreiben, anfeuern

Die Ursache des zu Vermeidenden (heya-hetuḥ) [ist] die intensive Verbindung (saṁyoga) des zu sehenden Objekts mit dem Seher (draṣṭr̥-dr̥śyayoḥ) .

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Dein Leiden (duḥkha) hat eine Ursache. Diese Ursache ist Deine Anhaftung (saṁyoga) an die im steten Wandel befindlichen Dinge dieser Welt.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Die Ursache dieses zu Vermeidenden [des Leidens] ist die Verbindung von Seher und zu Sehendem (Purusha und Prakṛiti).

Paul Deussen - 1908


The cause of what is to be shunned is the conjunction of the seer with the visual.

James R. Ballantyne - 1852

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